Jahrgangsgedichte
Seit 1976
bringe ich jeden Weinjahrgang in eine poetische Form.
Hier eine Auswahl:
1976 1977 1978
1979 1980 1981
1982 1983 1984
1985
1986 1987 1988
1989 1990 1991
1992 2001 2002
2003
2004
Und für das aktuelle Jahr:
Wein 2006
Später Austrieb - Julihitze.
Im August die Regenflut.
Dann kam die Septembersonne,
die tat uns'ren Trauben gut.
Nach erneuten Niederschlägen
machte sich die Fäulnis breit
und so wurde diese Lese
noch ein Wettlauf mit der Zeit.
Doch der Sonne warme Strahlen
und des Herbstes gold'ner Schein
schenkten uns nun schon in Folge
wieder einen großen Wein
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1976 - Ein Sonnenjahr
Nie hat der Herbst so früh begonnen,
nie hat so früh der Wein verblüht;
es war als hätten hundert Sonnen
das ganze Rebenland durchglüht.
Wenn Sonnenkraft den Geist gestaltet,
der uns geschenkt wird durch den Wein,
so müssen wir bei diesem Tropfen
ein kleines Stück von "Goethe" sein.
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1977 - Herbststimmung
Wer viel geschafft in seinem Leben,
auf den soll man sein Glas erheben,
denn Fleiß und Fortschritt mit Bedacht,
hat uns den Wohlstand eingebracht.
Als Rentner oder Pensionär
hat man ein sicheres Salär,
und wer gesund ist, trinke Wein,
zwei bis drei Gläschen dürfen's sein
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1978 - Spätsommer
Herr gib uns die Sonne wieder,
daß sie über Flur und Feld
nach des Sommers trüben Tagen
den Oktober uns erhellt.
Daß sie herbstlich mild erstrahlet
und wie hier auch anderwärts
reifen läßt den Saft der Reben
und erwärmt des Menschen Herz.
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1979 - Energie des Weins
Herbstverklärte Sommertage,
ein Oktober wie im Traum;
Ärmel werden hochgekrempelt,
und die Walnuß fällt vom Baum.
Astern blühen noch im Garten,
Quitten reifen mit Bedacht;
fleißig werden nun die Trauben
in die Kelter eingebracht.
Doch der Mensch braucht Lebensfreude,
so besinnt sich unsereins,
wenn die Tage kälter werden
auf die Energie des Weins.
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1980 - Weinselige Küsse
Die Sonne küßt die Rebe,
die Rebe küßt den Wein;
der Wein küßt unversehens
ein hübsches Mägdelein.
Die Maid küßt einen Burschen,
wie kann das anders sein,
und der vor lauter Freude
küßt wiederum der Wein.
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1981 - Trost beim Wein
Manchmal vermag ein Glas Wein
die Krisen des Lebens zu dämpfen.
Der Wein löst zwar keine Probleme,
aber er hilft uns
sie positiver zu betrachten.
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1982 - Der 1982er
Man spricht so gern von den Jahrhundertweinen,
den hochkarätigen und edelfeinen,
die vorzugsweise man bei Festlichkeiten liebt,
und die es einmal in zehn Jahren gibt.
Bekömmlicher jedoch sind nicht die
schweren,
die oftmals doch an Herz und Leber zehren.
Ein Wein, der zart und duftig sich erweist,
belebt den Kreislauf und beschwingt den Geist.
Bescheiden war dies Jahr, zählt man die
Sonnenstunden.
Der Wein jedoch, er wird uns trotzdem munden,
und er besteht auch jeden Kenner-Test;
wenn man ihn nur in Ruhe reifen läßt.
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1983 - Dem 83er gewidmet
Wenn ich den Wein mit einer Frau vergleiche,
den uns der 83er gegeben hat;
so ist sie eine füllige und körperreiche
und dennoch duftig, lieblich und apart.
Es müht sich der um ihre Gunst vergebens,
der jenes Maß nicht kennt, das ihr gebührt
uns so im Dunst weinseligen Erlebens
das Herz, den Kopf und den Verstand verliert.
Man braucht deshalb Gefühle nicht
verhehlen,
auch den Genuß nicht, der das Herz erfreut;
doch ist dem Weinfreund wärmstens zu empfehlen
die Kunst - maßvoller Regelmäßigkeit.
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1984 - Jahrgang 84
Es ist ein Wein, den die Natur
im letzten Spiel der Kräfte uns geschenkt,
als schon in Feld, in Land und Flur
der Sommer ruhmlos sich ins Grab gesenkt.
Es ist der Herbst mit Lob bedacht,
daß er den 84er noch hingebracht.
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1985 - Weinjahrgang 1985
Das hat es immer schon gegeben
beim Herbsten - Freude und Verdruß,
denn die Natur schenkt uns'ren Reben
den Mangel und den Überfluß.
Sie kann viel besser regulieren
als ein Gesetz von Menschenhand
und hat, wenn wir's genau besehen
dazu den bess'ren Sachverstand.
Es wird kein Weinsee überschwappen,
man keltert nicht rings um die Uhr,
da reicht der Trollinger gerade
dem Leseteam zur Traubenkur.
Die Qualität jedoch wird super
bis hin zum höchsten Prädikat.
Beneidenswert wer Fünfundachtzig
so drei - vier Hektar Riesling hat.
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1986 - Dem Sechsundachtziger ins
Stammbuch
Erfreulich ist - weil ausgewogen
in Quantum und an Qualität
der Wein vom Jahrgang 86,
der nun in den Regalen steht.
Er kann sich mit den Guten messen,
hat Körper, Duft und Eleganz;
und was die Kenner an ihm schätzen:
er hat beim Abgang - einen Schwanz.
Gehaltvoll, ohne zu belasten,
kurzum, ein Wein für jeden Tag,
so wie auch ich ihn gerne trinke
und so - wie ihn der Weinfreund mag.
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1987 - Der Siebenundachtziger
Ob dieses Jahr der Wein gerät,
blieb lange Zeit die Frage.
Bedenklich war noch im August
bei uns die Wetterlage.
Doch der September ließ uns dann
den Sommer nacherleben,
er brachte warme Winde mit
und Sonne für die Reben.
Was die Natur in kürze schuf,
das war fast nicht zu glauben;
die Beeren strotzten voller Saft,
es färbten sich die Trauben.
Daß dieses Jahr der Wein gerät
steht heute außer Frage,
wir wünschen uns natürlich noch
zur "Lese" - schöne Tage.
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1988 - Herbst 1988
Ein Wein,
der die Glut der Sonne,
den Glanz der Gestirne,
die Urkaft der Erde
und die Erquickung des Morgentaus
in sich birgt,
ist ein Teil jener Vollkommenheit,
die uns nur
die Natur
zu schenken vermag.
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1989 - Weinjahr 1989
Dies Jahr, das uns mit seinen Gluten
bisweilen fast den Atem nahm,
ließ schon im Frühjahr von sich reden,
weil es furios vom Startblock kam.
Da im April statt Sturm und Regen
vorwiegend eitel Sonnenschein,
begann der Optimist zu ahnen:
In diesem Jahr gerät der Wein!
So legte ein Jahrhundertsommer
dem Herbstwind eine heiße Spur,
und man griff bei der Traubenlese
reich in das Füllhorn der Natur.
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1990 - Gesamtdeutscher Wein
Im Jahr der Einheit zwar gediehen
ist dieser Wein kein "Einheitswein",
er will die Menschen zwar vereinen,
doch trotzdem handverlesen sein!
Die Sonne hat ihn heiß beschienen
und eine Glut in ihm entfacht,
die von der Mosel bis zur Oder
den echten Weinfreund selig macht.
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1991 - Der 1991er
Mit dreiundsechzig Sommertagen
hat ihn die Sonne reich beehrt,
so daß uns dieser "Zauberflödler"
den excellenten Wein beschert.
im Mozartjahr hat man den "Neuen"
Mozartzuliebe so gekührt,
der himmlisch in den Tönen schwelgte,
vom Weine göttlich inspiriert.
Die Qualität stimmt allerorten,
die Menge beim Schwarzriesling nur.
Am besten wirkt bei Übermenge
halt doch der Ausgleich der Natur.
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1992 - Weinjahr 1992
Fruchtbares Jahr!
Von heißen Winden
in die warme Nacht begleitet
war es der Atem
eines langen Sommers
in den der Herbst
die milde Glut
der Reife eingebracht.
Aus diesen Trauben
wird ein guter Wein
wir dürfen dankbar sein!
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Wein 2001
Es hat des Sommers heißer Atem
die Erde still und tief durchglüht.
Er hinterließ an manchen Orten
zunächst ein Regen-Defizit.
Die goldene Oktobersonne
tat unsren Trauben sichtbar gut.
Den Rotwein prägt gedämpftes Feuer
und eine feine, milde Glut.
Der Weiße, elegant und fruchtig
Ist ein Getränk für unsereins.
So dünkt mir könnte er geraten
Der Wein im Jahr Zweitausendeins.
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Wein 2002
In diesem Katastrophensommer
von Unheil gnädiglich verschont
hat uns ein wohlgesinnter Himmel
mit einem reichen Herbst belohnt.
Er bleibt im Qualitätsbestreben
dem Ruf der letzten Jahre treu
deshalb ist er hochwillkommen
der Wein vom Jahr 2002.
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Wein 2003
Hat je der Herbst so früh begonnen
das fragte man sich dieses Jahr,
das heiß und so voll Glut durchdrungen
wie kaum zuvor ein and'res war
Dort wo die Rebe dürsten musste
wird wohl die Frucht bescheid'ner sein
doch wo ihr nicht das Wasser fehlte
da spricht man vom Jahrhundertwein.
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Wein 2004
Diese herbstverklärten Tage
farbenfroh ins Licht getaucht
haben unseren prallen Trauben
die letzte Süße eingehaucht
Gehaltvoll ohne zu belasten
wird ese ein Wein für jeden Tag,
so wie auch wir ihn gerne trinken
uns so wie ihn der Weinfreund mag.
top
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